Orgeln und Orgelbauer in der Slowakei
1651 – 2006
Vorheriger Orgel Verzeichnis der Orgeln Nachfolgender Orgel

Aus der Orgelgeschichte

1624 – 1632, Hans Hummel – Bau des Pfeifenwerks und des Gehäuses; von Jerzy Nitrowsky fertig gestellt.

Um 1708, unbekannter Orgelbauer – Reparatur.

1738, Vavrinec Èajkovský – Reparatur.

1865 – 1877, Ludwig Mooser – Das Gehäuse des Hauptwerkes wurde auf die Westempore verlegt. Hinein wurde eine neue 3-manualige Orgel mit 32 Registern mit Schleifladen und mechanischer Traktur eingebaut. Das Positivgehäuse wurde auf die steinerne Nordempore verlegt, dazu sollten funktionsfähige Teile der ursprünglichen Orgel verwendet werden.

1931 – 1932, Rieger – In das Hauptgehäuse der Hummel-Orgel baute Rieger sein Opus 2540 ein, wobei er Teile des Pfeifenwerkes von Mooser verwendete.

1997 – 1999, Peter Franzen – Gesamtüberholung der Rieger-Orgel (Reparatur, Reinigung, Stimmung, neue Prospektpfeifen, Elektrogebläse, Restaurierung des Gehäuses).

Die ursprüngliche Orgel für die Kirche St. Jakob bestellte die Stadt in 1615 vom Krakauer Meister deutscher Abstammung Hans Hummel. Das Instrument wurde größtenteils von Friedrich Probst, einem edlen Mäzen bezahlt. Hummel kam nach Levoèa nach vielen Verzögerungen erst 1624 und die Arbeiten verliefen sehr langsam. Das Orgelgehäuse vom Tischlermeister Andreas Hertel (Krakau) nach dem Entwurf des Schnitzers Hans Schmied aus Dänemark wurde 1625 beendet, doch die Fertigstellung der Orgel lag im Ungewissen. Eine der Ursachen war vermutlich die Pestepidemie sein, die die Stadt heimholte, und die damit zusammenhängenden Finanzschwierigkeiten. Doch der Hauptgrund war wahrscheinlich die Arbeitsfaulheit des Erbauers, der der Trinksucht verfiel. Er konnte ebenfalls seine Pflichten in anderen Orgelbauten nicht erfüllen, was schließlich zu einem Gerichtsverfahren und der Androhung einer Beschlagnahmung seines Besitzes führen sollte. Zu einem Prozess kam es nie: am 11. Februar 1630 fand man ihn tot auf dem Pflaster der St. Jakob-Kirche liegen, nach dem er von dem hohen Gerüst abgestürzt war. Die Orgel vollendete noch im selben Jahre der bedeutende polnische Orgebauer Jerzy Nitrowsky. Laut dem ursprünglichen Kontrakt sollte die Orgel 25 Register besitzen, doch alle anderen Quellen berichten von 27 Registern. Neben der großen Orgel an der Nordwand wurde 1687 für 300 Gulden auch ein Positiv angeschafft. Bereits zu Beginn des 18. Jh. war Hummels Orgel nicht mehr funktionsfähig. Die Stadt veranlasste eine Metallsammlung zugunsten der Reparaturkosten.

Bis zur Hälfte des 19. Jh. wurde die Orgel als die größte in ganz Ungarn betrachtet. Die ungenügende Wartung und die Alterung verursachten einen Verfall des technischen Zustandes. Um 1830 wurde die Orgel nur noch selten genutzt. Nach 1860 wurden von mehreren Orgelbauern (Dominik Müller, Jozef Demeter) Rekonstruktionen vorgeschlagen. Ein Vertrag kam schließlich mit dem Salzburger Orgelbauer Ludwig Mooser zustande. Zwischen 1865 – 1877 baute er eine 3-manualige Orgel mit mechanischer Traktur und Schleifladen in das alte Hauptgehäuse ein, welches auf die Westempore verlegt wurde. Das Positiv mit Balustrade wurde auf die steinerne Empore über dem Nordeingang der Kirche verlegt, dabei aber umgebaut. Es sollten brauchbare Teile der alten Orgel benutzt werden. Moosers Orgel wies aber bald schwere Mängel auf, die nur mit Teilreparaturen angegangen wurden. Erst nach dem I. Weltkrieg fasste man eine umfangreiche Rekonstruktion ins Auge. Nach Verhandlungen mit mehreren Orgelbauern (Július Guna, Jan Tuèek, Josef Melzer), wurde die Arbeit der Firma Rieger in Krnov vergeben. Diese errichtete 1931 – 1932 eine tatsächlich neue Orgel mit Verwendung einiger Pfeifen aus der Mooser-Orgel.


Text: Marek Cepko