Orgeln und Orgelbauer in der Slowakei
1651 – 2006
Vorheriger Orgelbauer Verzeichnis der Orgelbauer Nachfolgender Orgelbauer

Jozef Hardoník

[Hardonyi; Jozef, József]


* 1863, Geburtsort unbekannt
† 1948, Banská Štiavnica

Seinen ursprünglichen Namen änderte er später aus Existenzgründen auf József Hardonyi. Den Orgelbau erlernte er bei Sándor Országh in Rákospalota (Ungarn). Eine Werkstatt eröffnete er in Rožòava, in 1894 zog er nach Radvaò (gegenwärtig Stadteil von Banská Bystrica) um. Dort arbeitete er bis 1944. Danach zog er nach Banská Štiavnica zu seinem Sohn, der als Chorleiter wirkte.

Orgelbauwerkstatt

Ein Großteil seiner Werke, die er in den 80er und 90er Jahren des 19. Jh. baute oder reparierte, versah er mit Firmenschildern, an denen als Erbauer József Hardonyi und József Angster, deren Sitz in Rožòava oder Radvaò genannt wird. In der Literatur über Angster (mit Ausnahme des O. Gergelyi) sind jedoch keine Angaben über die Zusammenarbeit mit Hardonik enthalten und keines dieser Instrumente ist im Verzeichnis der Angster-Orgeln angeführt. Vermutlich hatte diese Bezeichnung einen Reklamezweck, da die Firma Angster damals in Ungarn wohlbekannt war. Ebenso besteht die Möglichkeit, daß Hardonik bei Angster Bauteile für seinen Gebrauch einkaufte. In späteren Jahren ercheint diese Bezeichnung auf den Firmenschildern nicht mehr, und als Mitarbeiter wird der Sohn von Jozef Hardonik angeführt. In 1909 waren in seiner Werkstätte 5 Arbeiter angestellt. Seine letzte Orgel beendete Hardonik in 1931, doch er verkaufte sie erst 1940 in die katholische Kirche in Badín. Den größten Teil seiner Werke bilden einmanualige Orgeln mit Pedal, selten baute er auch ganz kleine, pedallose Instrumente. Zu seinen größten Werken gehört die zweimanualige Orgel für die Kathedrale in Rožòava von 1901, die er in das alte Gehäuse des František Rosa aus 1777 baute. Er beließ auch die ursprünglichen Prospektpfeifen. Neu baute er die Windladen, den Spieltisch und die Trakturen. Er führte auch Umbauten und Reparaturen weiterer Orgeln durch. mehr »»

Text: Marian Alojz Mayer