Orgeln und Orgelbauer in der Slowakei
1651 – 2006
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Vincent Možný

[Možny, Možný, Mozsny, Mozsni, Mozsonyi; Vincenz, Vince, Vincze]


* 22.7.1844, Želeè (heute Tschechische Republik)
† 19.8.1919, Bratislava

Den Orgelbau erlernte er bei Martin Šaško d. Ä. in Brezová pod Bradlom. Laut zeitgenössischen Presseberichten arbeitete er in der Werkstatt 10 Jahre, zunächst als Lehrling, dann als Gehilfe und Praktikant. 1869 wird er als Geselle erwähnt. Um 1875 machte er sich selbständig und eröffnete seine Werkstatt in Nitra, wo er die Witwe Anna Kubová heiratete. Die Ehe blieb kinderlos. Ab 1880 lebte und arbeitete er in Bratislava, 1914 gab er die Tätigkeit auf. Er erlag einem Herzleiden.

Orgelbauwerkstatt

Vincent Možný gehörte zu den bekanntesten und produktivsten slowakischen Orgelbauern der zweiten Hälfte des 19. und des frühen 20. Jh. In zeitgenössischen Quellen erschienen viele Berichte über ihn, der erste bereits 1877. Von seiner Werkstatt fehlen allerdings nähere Angaben. Belegt ist, dass er ab 1891 Konštantín Bednár lehrte, der bei ihm auch weiterhin beschäftigt blieb und 1915 seine Werkstatt übernahm. Aufgrund der Anzahl neu gebauter Orgeln ist anzunehmen, dass bei Možný weitere Orgelbauer angestellt waren. In seinem Schaffen überwiegen kleinere, einmanualige und pedallose Orgeln. Derzeit sind nur 5 zweimanualige Orgeln von ihm bekannt. Die kleinste baute er als Übungsinstrument für den Komponisten Franz Schmidt (1908) mit 9 Registern (4 + 3 + 2). Die größte Orgel mit 34 Registern baute er 1880 für den St. Martinsdom in Bratislava (zwei Manuale, 15 + 9 + 10).

Text: Marian Alojz Mayer