Orgeln und Orgelbauer in der Slowakei
1651 – 2006
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Sándor Országh


* 1838, Kecskemét (Ungarn)
† 1917, wahrscheinlich Rákospalota (Ungarn)

Er wurde als erstes Kind des Orgelbauers Sándor Országh geboren lernte beim Vater und arbeitete später bei János Fazekas in Pest. In 1851 wude er selbständig und arbeitete dort weiterhin, obwohl er die Genehmigung erst 1862 erhielt. Nach seinem Riesenerfolg mit der dreimanualigen Orgel mit 32 Registern für die r. kath. Kirche in Kecskemét wurde er 1885 in den Ritterstand erhoben. In 1899 zog er nach Rákospalota um, wo er 1908 die Werkstatt an seine Söhne Imre und László übergab. In 1921 wurde der Betrieb in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, in 1938 wurde er aufgelöst.

Orgelbauwerkstatt

Anfangs wurden in der Werkstatt jährlich 2 -4 Orgeln gebaut. Nach dem Erfolg in 1885 wurde der Betrieb in ganz Ungarn bekannt und vergrößerte sich zunehmend, lieferte 15 bis 25 Orgeln jährlich. Nach dem Umzug nach Rákospalota arbeitete man mit Maschinen mit Dampfbetrieb und die Belegschaft stieg auf 20 bis 30 Angestellte. Bis 1891 wurden die Instrumente mit Schleifladen und mechanishen Trakturen gebaut.

Danach stieg man auf Kegelladen mit Registerkanzellen um, doch behielt die mechaniche Trakturen bei. Ab 1899 baute man Orgeln mit pneumatische Trakturen, Kegel- oder Taschenladen. Die Manualumfänge baute man zeitgemäß C – f3 chromatisch , 54 Tasten und Töne. In den Pedalen der 70er Jahre des 19. Jh. stehen atypische Umfänge C – e0 chromatich, 17 Tasten mit 12 Tönen C – H. Später wurden größer Umfänge gebaut, für bedeutendere Ortschaften C – d1 chromatisch, ausnahmsweise auch C – f1.

Bereits in den 70. Jahren des 19. Jh baute Országh auch in slowakischen Gebieten, bis zu Ende des ersten Weltkrieges.

Text: Marian Alojz Mayer