Orgeln und Orgelbauer in der Slowakei
1651 – 2006
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Henrich Schiffner

[Jindøich Schiffner]


* 1853, Cvikov (Tschechische Republik)
† 1938, Prag

Mit elf Jahren entsandten ihn die Eltern nach Prag zu seinem älteren Bruder Karl Schiffner (1836 – 1894), der 1862 die Orgelbauwerkstatt des berühmten Hoforgelbauers Josef Gartner übernommen hatte. In Prag erlangte der junge Heinrich bei Professor František Zdeòek Skuherský eine solide musikalische Ausbildung. Das Orgelbauhandwerk erlernte er beim Bruder, später vervollkommnte er sich bei Friedrich Ladegast in Weißenfels. Vom Ende der 60. Jahre des 19. Jh. arbeitete er im Betrieb seines Bruders. 1889 übernahm er dessen Werkstatt und bereits im Laufe der 90. Jahre genoss er eine bedeutsame Stellung unter den tschechischen Orgelbauern. 1893 nahm er an einer Ausstellung in Aussig teil, wo er eine Goldmedaille für seine Orgel erhielt. Eine weitere Anerkennung und der Preis des Handelsministeriums wurden ihm bei der Ausstellung in Most 1989 verliehen. 1909 wurde er zusammen mit Otto Rieger d. J. und dem Wiener Orgelbauer Josef Ullmann Mitglied eines Arbeitsausschusses der Orgelbauersektion der Internationalen Musikgesellschaft, die das Internationale Orgelregulativ vorbereitete. Seine Werkstatt war bis zum Ende des Ersten Weltkriegs tätig. Nach den Kriegsverschuldungen ging sie 1918 unter. Heinrich Schiffner starb völlig verarmt.

Text: Marek Cepko