Organy a organári na Slovensku
1651 – 2006

Vorwort

Die slowakische Orgelforschung wurde von Enthusiasten PhDr. Otmar Gergelyi und MUDr. Karol Wurm angefangen. Im Jahr 1973 wurde auf Slowakisch das erste Orgelverzeichnis der Mittelslowakei herausgegeben, zwei Jahre später erschien es in erweiterter Form auch auf Deutsch (Historische Orgeln und Gehäuse in der Mittelslowakei, Acta organologica 9, 1975). Andere Regionen sind nur auf Deutsch erschienen, die Orgeln der Westslowakei im Jahr 1980 (Acta organologica 14, 1980) und der Ostslowakei im Jahr 1991 (Acta organologica 22, 1991). Die Autoren haben sich nur den älteren Orgeln mit Schleifladen und mechanischen Trakturen gewidmet, Angaben zu Instrumenten mit den Registerkanzellen und der pneumatischen, bzw. elektro-pneumatischen Traktur bleiben in der Regel aus. Viele solche Orgeln zeichnen sich aber durch hohe Tonqualität, sowie auch hohen technischen und architektonisch-gestalterischen Wert aus und verdienen unsere Aufmerksamkeit. Im Jahr 1982 ist eine repräsentative zweisprachige Publikation erschienen: Gergelyi Otmar – Wurm Karol: Historické organy na Slovensku / Historische Orgeln in der Slowakei, Opus Bratislava (zweite, ergänzte Auflage erschien 1989). Wenn wenige sporadische Ausnahmen nicht in Rücksicht genommen werden, stellte sie für eine lange Zeit die einzige Orgelbauerliteratur bei uns dar. Leider sind nicht alle Instrumente, die die Forschung der 1970er und 1980er Jahre bekannt gemacht hatte, erhalten worden. Oft wurden sie weggeräumt, ohne dass ihr Wert anerkannt oder mindestens dokumentiert wurde.

Auch aus diesem Grund hat das Musikzentrum Slowakei ein langfristiges Projekt in Angriff genommen und sich das Ziel gesetzt, alle Orgeln auf dem Gebiet der Slowakei zu dokumentieren. Es handelt sich um ein flächendeckendes Projekt, das nicht nur Kirchen und Andachtsräume einbezieht, sondern auch alle Objekte, in denen Orgeln vorkommen. Heutzutage ist mehr als 70 % des Gebiets verarbeitet. Nach der Abschließung sollten die Ergebnisse als Ausgangspunkte weiterer Forschungs- und Restaurationsarbeiten dienen.

Die DVD Orgeln und Orgelbauer in der Slowakei 1651 – 2006 präsentiert eine Auswahl von der bisherigen Forschung. Aus dem Jahr 1651 stammt unser ältestes, ganz erhaltenes Instrument. 2006, das Jahr der slowakischen Musik, wurde eine Anregung dazu, die Ergebnisse der Orgelforschung in einem breiter konzipierten dreisprachigen Projekt vorzustellen. Neben den wertvollsten alten Orgeln sind auch Instrumente vertreten, die im Hinblick auf ihre Disposition und technologische sowie auch gestalterische Eigenschaften zwar nicht die heutigen Kriterien erfüllen, doch das Zeugnis ihrer Zeit geben. Z. B. die Orgel in der Bratislavaer Redoute war langfristig ein Teil des Konzertlebens und eine lange Zeit das einzige Konzertinstrument in der Slowakei. Auch unter den neueren Instrumenten befinden sich für ihr Zeitalter typische Orgeln, doch viele sind von hoher Tonqualität und außergewöhnlicher technischen, sowie auch architektonischen Gestaltung.

Die Auswahl der Orgelbauer ergab sich aus der Orgelnauswahl. Dabei wurden auch Orgelbauer einbezogen, die bekanntlich in der Slowakei tätig waren (Meister Nicolaus, Matej Burian, Hieronym Burian), obschon ihre Instrumente nicht erhalten wurden. Die Gesamtliste der in der Slowakei tätigen Orgelbauer ist viel länger und der Herausgeber hat vor, sie in einer der weiteren Ausgaben der Edition vorzustellen.

Die Art und das Ausmaß der Instrumentendokumentation spiegelt die Tatsache wider, dass es sich um eine Grundforschung handelt (Angaben aus der Archivforschung werden nur dann angeführt, wenn sie zur Verfügung standen).

Die Instrumente werden durch ein chronologisches Arbeitenverzeichnis (wenn bekannt) beschrieben. Bis heute gibt es nur wenige literarische Quellen, auf die sich die Autoren stützen könnten. Manchmal kommt bei den Instrumenten eine Gesellschaftsinschrift vor, die mit der Reparatur zusammenhängt und nicht von dem Orgelbauer stammt, was der Leser mithilfe des Überblicks leicht feststellt.

Schematische Beschreibung (nach dem Name des Instruments):

2-manualige Orgel mit Pedal II / P / 17/13 (6+6+5/1)
die römische Zahl – Gesamtzahl der Manualen,
P – das Instrument verfügt über ein Pedal,
die arabische Zahl – Gesamtanzahl der Orgelregister,
die Zahl nach dem Schrägstrich – Gesamtzahl der realen Register (ohne Transmissionen, bzw. Extensionen), dasselbe gilt auch für die Nummern in Klammern, die die Gesamtanzahl der Register einzelner Klaviaturen angeben (ähnlich auch bei den Dispositionsüberblicken – die erste Nummer gibt die Registeranzahl an, die zweite bestimmt die Anzahl der Pfeifenreihen).

Bei allen Instrumenten ist eine übersichtliche Disposition mit grundlegenden technischen Informationen abgebildet (auf Slowakisch, wobei den Lesern der Englischen und der Deutschen Version ein Wörterbuch der verwendeten Ausdrücke zur Verfügung steht).

Bei den Dispositionen bestimmt die erste Angabe den Klaviaturumfang, die zweite den Tonumfang, wenn dieser sich von dem Klaviaturumfang unterscheidet. Sie können entweder numerisch (die erste Nummer bezieht sich auf die Gesamtanzahl der Tasten, die zweite auf die Anzahl der realen Tone) oder durch den Tonumfang angegeben werden.

Manual C – d3/ C – d3 mit kurzer Oktave
Pedal C – h0, 24/12

Manchen Instrumenten sind im Slowakischen ausführliche technische Beschreibungen hinzugefügt. Sie beinhalten Informationen von viel breiterem Charakter als dem der Grundforschung und unterscheiden sich in Abhängigkeit von dem jeweiligen Kenntnisumfang. In Texten sind die Orgelteile von links nach rechts beschrieben. Wenn dies (ausnahmsweise) nicht der Fall ist, ist die Information in der Beschreibung ausschlaggebend.

54 der Instrumente verfügen über Tondokumentation in Form einer mehrere Minuten dauernden Aufnahme. Die DVD-Videothek beinhaltet Videoporträte von 25 Instrumenten in hoher Auflösung. Auch kurze Beschreibungen der Ortschaften (verstanden als Gebäuden) wurden eingeordnet, da diese den Ton- und Architekturraum des Instruments prägen und oft auch direkten Einfluss auf seine Gestaltung geübt haben.

In Kursivschrift und eckigen Klammern werden historische Eintragsformen der Orgelbauer-, Gemeinden- und Gebäudenamen angegeben.

Valachy, Daniel, jun. [Valachy, Wallachy, Valach; Daniel], * 1726 – † 1792
KEŽMAROK [Kežmarek, Kesmarek, Caesareoforum, Kesmarkinum, Kesmark, Käsmarkt, Kässmarkt, Kaesmark, Kaisersmarkt]
Artikulárny kostol ev. a. v. [Drevený kostol]
Evangelische Artikularkirche A. B. [Holzkirche]

Ein Stern (*) in der Orgelliste bei dem Orgelbauerstichwort bedeutet, das die Orgel von dem Orgelbauer selbst hergestellt wurde (andere Einträge beziehen sich auf Reparaturen, Umbaue und weitere Eingriffe in die Orgel, die von einem anderen Orgelbauer gebaut wurden).

VINCENT MOŽNÝ
ORGELN
Beša – Kath. Pfarrkirche St. Anna – Orgelpositiv I / 6
Blatné – Kath. Pfarrkirche St. Adalbert – 1-manualige Orgel mit Pedal I / P / 12 (9+3) *
Bratislava – Rusovce – Kath. Pfarrkirche St. Maria Magdalena – 1-manualige Orgel mit Pedal I / P 13 (9 + 4)
Bratislava – Staré Mesto – Kathedrale St. Martin – 2-manualige Orgel mit Pedal II / P / 34 (15+9+10) *
Madunice – Kath. Pfarrkirche Mariä Geburt – 1-manualige Orgel mit Pedal I / P / 11 (8+3) *